Interview vom 2016/03/14

Das folgende Interview wurde mit Micha Maat anlässlich seines Umzugs nach Hamburg geführt. Er nimmt in diesem kurz und knapp Stellung, zu den bewegenden Ereignissen der letzten Jahre, seinen mittelfristigen Zielen und den Inhalten seiner instrumentalen Musik.

1. Woher kommen sie?
Aus dem Bauch einer Frau. Ich wurde in Bützwo in Mecklenburg-Vorpommern geboren, bin auf der Insel Rügen aufgewachsen und habe in Greifswald, Berlin und Rostock gewohnt. Nun bin ich nach Hamburg gezogen. Rein chronologisch betrachtet, komme ich mittlerweile also aus Hamburg.

2. Wo sind sie aufgewachsen?
Wie gesagt, meine Wurzeln sind auf Rügen. Dort bin ich aufgewachsen, zur Schule gegangen und habe meine Kindheit und Jugend verbracht.

3. Was machen sie beruflich?
Ich werde zurzeit am SAE Istitute in Hamburg zum Audio Engineer ausgebildet. Vor meinem Unfall habe ich lange Zeit in einer Band gespielt. Ich bin Musiker.

4. Welche Instrumente spielen sie?
Mein Instrument ist das Schlagzeug. Das kann ich spielen. Ich bin Schlagzeuger. Instrumente, wie Tasten, Gitarren und Bässe sind sozusagen mein Hobby. Ich würde zum Beispiel nicht sagen, dass ich Gitarrist bin, obwohl ich sehr gerne Gitarre spiele. Richtig ausgebildet bin ich am Schlagzeug.

5. Wie beschreiben sie selbst ihre Musik?
Meine Musik ist ja mittlerweile recht unterschiedlich. Je nachdem, um welches Projekt es sich handelt. Ich habe zum Beispiel zu Beginn meiner Laufbahn in Punkbands gespielt und letztlich ist das ja auch zum Teil meine Musik gewesen. Bei Micha Maat liegt der große Unterschied im Moment hauptsächlich in der Unterteilung von Vocal-Songs und Instrumentals. In Beat-Produktionen bin ich immer auf der Suche nach dem perfekten Sound und aussergewöhnlichen Klängen in der Rolle des Produzenten. Dort liegt mein Hauptaugenmerk auf der Erzeugung eines homogenen Klangbildes. Die Instrumentierung ist mit vielen synthetischen Sounds sehr breit gefächert. Ich denke, dass das Genre ganz einfach elektronische Musik ist. Nun knüpfe ich gerade erst wieder an mein Singer-Songwriter Schaffen an. Diese Titel, wie es sie auf“Du und Ich“ gibt, instrumentiere ich weitgehend rudimentär mit recht natürlich klingenden Gitarren-, Piano- und Drumsounds, sodass Pop/Rock als Genre erkenbar sein sollte.

6. Wie funktioniert das Songwriting?
Da gibt es ganz unterschiedliche, den meisten Writern bekannte Methoden. Zum einen haben wir da das Write-To-Track, bei dem man einen Text und eine Melodie auf einen vorhandenen Beat komponiert. Zum Anderen das rudimentäre „Lagerfeuer- Komponieren“ mit Gitarre, Stift und Papier, bei dem man versucht die Dinge gleichzeitig entstehen zu lassen. Bei meinen Beat-Produktionen beginnt meist alles mit nur einem Wort, welches eine Stimmung in mir erzeugt, der ich kompositorisch nachgehe. Bevor die Aufnahme entsteht geistern oftmals nur Songfragmente durch den Hirnorbit, die sich im Laufe der Aufnahmen zu einem richtigen Titel zusammensetzen. Bei meinen Singer/Songwriter Tracks ist es da viel krasser, weil sich meist schon das fertige Gesamtbild, inklusive Arrangement und kompositorischer Feinheiten (z.B. Glockenspiel im C-Teil 4. Takt auf 3 und 4) im Kopf manifestiert. Das wird dann auch ganz einfach so aufgenommen, wie es im Kopf ist.

Micha Maat in Hamburg7. Wer sind ihre Vorbilder?
Ich bin über meinen Schatten gesprungen und habe ganz einfach keine Vorbilder.

8. Was wollen sie zukünftig machen?
Wieder Gitarren-Songs komponieren und recorden. Im Laufe der Ausbildung am SAE will ich auch ein Hörbuch sprechen. Ich habe meine Stimme nun lange genug geschont und große Lust auf das alles.

9. Woher der Wandel vom Sänger zum Produzenten?
Weil sich manches nicht in Worte fassen lässt, fing ich an die Dinge ernsthaft rein instrumental zu interpretieren und gewissenhaft selbst zu produzieren. Außerdem kann ich Ihnen versichern, dass auch Ihnen nicht nach singen zu Mute ist, wenn sie durch die Hölle gehen und ich bin mit einem Lächeln auf den Lippen durch die Hölle geritten. Nein, glauben Sie mir, Singen würden Sie nicht.

10. Was war das für ein Unfall?
Die Tatsache, dass der komplette Wagen in Flammen aufging, während ich darin eingeschlossen war, machte diesen Verkehrsunfall schwer. Obwohl so ein Benz genug Platz im Fußraum haben sollte, steckte ich eine gefühlte Ewigkeit darin fest und hätte ohne die Hilfe unseres Zeitungsboten das Fahrzeug letztlich wohl nicht lebend verlassen können. Zig Operationen und das Trauma danach waren die eigentliche Hölle. Jetzt nach 5 Jahren ist es einigermaßen o.k. und ich kann wieder fast ohne Schmerzen meiner Wege gehen. ( Verarbeiten sie diesen in ihren Songs?) Ich konnte das alles nicht in Worte fassen. Weder meine schier unendliche Wut, noch den langsam, aber stetig aufkeimenden Hass, also habe ich diese Instrumentals aufgenommen. So habe ich es geschickt umgangen mich dazu in Worten zu äußern. Mancher mag in den Moonbeats hier und dort meine Wut wahrnehmen. Die Platte ist wirklich ambitioniert produziert. Ich habe die Ereignisse kreativ auf diese Art erfolgreich verarbeiten können und werde mich auch in Zukunft nicht zu Äußerungen darüber in Songs hinreißen lassen.

11. Denken sie mal wieder daran zu singen?
Ja, ich produziere in Hamburg ein Album, auf dem ich wieder singe.

12. Wird es wieder Konzerte geben?
Sobald es genug neues Song-Material gibt, werde ich dieses auch sehr gern wieder auf diese Art präsentieren.

Vielen Dank

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